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1920-1958
Die Vor- und Nachkriegszeit
Bericht
eines ungenannten Mitglieds aus dem Jahr 1964
(aus
dem Fundus, vermutlich Herr
Thorwart)
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Der
erste Weltkrieg war vorüber. Die deutschen Briefmarken mit dem
Bildnis der Germania hatten über Jahrzehnte in Deutschland
regiert und es durch ihre geringe Abwechslung nicht vermocht, viele
Interessenten für die Philatelie zu gewinnen.
Erst
nach dem Kriege, als die ersten Provisorien herausgegeben wurden, wurde
es interessanter und abwechslungsreicher, sich mit Briefmarken zu
befassen.
In
dieser Zeit trafen sich eines Tages in Hamburg fünf Herren,
die das gleiche Hobby bei einander feststellten: Briefmarkensammeln. Es
waren die Herren: Eckhold,
Gravenhorst,
Hildebrand, Howe
und Timmroth.
Aus
diesem kleinen Kreis von Sammlerfreunden und ihren
regelmäßigen Tauschabenden an jedem letzten
Donnerstag im Monat entstand alsbald die Notwendigkeit, ihren
Interessen auch nach außen hin einen offiziellen Rahmen zu
geben, was am 30.September
1920 zur
Gründung des „Briefmarkensammlervereins
Barmbek-Uhlenhorst“ führte.
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30.9.1920

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Gründungs-Protokoll
den
30. September
1920
Zwecks
Gründung eines Briefmarkensammler-Vereins kamen folgende
Herren im Lokale des Herrn Timmermann, Ecke Winterhuderweg
u. Heinr. Hertzstrasse
zusammen:
Eckhold
Otto
Howe,
Heinrich
Timmroth, Wilhelm
Gravenhorst.
Es
wurde ein
provisorischer Vorstand gewählt und zwar als
1.Vorsitzender:
Herr
Eckhold
2.
Vorsitzender: Herr Howe
Kassierer
u. Schriftführer: Herr Timmroth
Tauschobmann: Herr
Hildebrandt
Revisor:
Herr Gravenhorst
Dem
Verein wird
nach einstimmigem Beschluss der Name Briefmarkensammler-Verein
Barmbeck-Uhlenhorst
gegeben.
Herr Timmroth
und Herr Eckhold übernehmen es, bis zur nächsten
Sitzung die
Satzung
auszuarbeiten.
Herr
Hildebrandt
war nicht erschienen.
Vorstand
Eckhold
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Es
herrschten in diesem kleinen Verein, in welchem jeder jeden nicht nur
kannte, sondern auch über die speziellen
Sammlerwünsche des anderen Bescheid wusste, strenge
Bräuche die in den Satzungen festgehalten waren. So wurde, um
dem Verein eine größere Geschlossenheit zu
garantieren, auf einer Generalversammlung beschlossen, dass jedes
Mitglied auf der einmal im Monat stattfindenden Versammlung zu
erscheinen habe. Ein triftiger Grund galt als Entschuldigung.
Unentschuldigtes Fehlen jedoch wurde mit M 2,00 geahndet.
Der
Krieg war verloren, das Volk war verarmt. Der Staat musste versuchen,
wie er durch vielseitige Steuern seine Unkosten und Kriegslasten
bestreiten konnte. Den älteren unter uns ist es noch in
Erinnerung, welche Steuern damals nach dem verlorenen ersten Weltkrieg
der Bevölkerung auferlegt wurden. Den Briefmarkensammler
betraf hiervon am meisten die „Luxussteuer“,
da
der Staat den Besitz und das Sammeln von Briefmarken
als Luxus ansah. Nach erfolgtem Tausch oder Verkauf, z. B. durch
Auswahlhefte,
wurde der Umsatz vom Fiskus zunächst mit 15% später
mit 10%
versteuert, die vom Käufer zu tragen
waren. Manche Briefmarkensammler sollen sogar auf Grund einer
umfangreichen Sammlung zur „Besitzsteuer“ veranlagt
worden sein.
Dieser
Verein, der bald in dem für heutige Verhältnisse
relativ kleinen Rahmen von 15 Sammlerfreunden auftrat, hatte nicht den
Ehrgeiz nur allein für sich zu bleiben. Er war bestrebt, auch
Interessenten aus anderen Stadtteilen Hamburgs heranzuziehen, um die
Tauschmöglichkeiten zu vergrößern. So war
es ganz erklärlich, dass allmählich auch
Briefmarkensammler des benachbarten Winterhude
zu ihnen kamen. Einen starken Auftrieb erfuhr der Verein dadurch, dass
er sich mit dem „Winterhude
Briefmarkenverein“ zusammenschloss. Jetzt umfasste der Verein
Sammlerfreunde aus den drei Stadtteilen Barmbek, Uhlenhorst und
Winterhude.
Aus diesen
drei Namen
Hamburger Stadtteile resultierte auch
der Name des Vereins, den er bis heute behalten hat:
Barmbek
Uhlenhorst Winterhude
B
U
W
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Es
war am 3.1.1923 als
der Verein beschloss, sich in Zukunft zu nennen
(Generalversammlung,
TOP 1a):
Briefmarkensammler-Verein
Barmbek, Uhlenhorst, Winterhude.
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3.1.1923
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Die
unaufhaltsam im Jahre 1923 fortschreitende Inflation zwang den Verein, Beitrag und Aufnahmegebühr
so festzusetzen, dass sie nicht ständig hinter der entwerteten
Mark herhinkten. Der Beitrag, der zuerst M 1,00 pro Quartal betrug,
wurde zunächst auf M 10,00 pro Jahr, später in immer
schnellerer Folge entsprechend der Entwertung der Mark erhöht,
sodass man den Strassenbahntarif
als Grundlage für die Beitragsbemessung nahm. Nach
überstandener Inflation wurde der Mitgliedsbeitrag
auf Rentenmark
2,00 pro Monat festgesetzt.
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Es
wurden Tauschzirkel
eingerichtet und aus den Bekanntenkreisen der Mitglieder immer neue
Sammler dem Verein zugeführt, der schon im Jahre 1924 auf die
stattliche Zahl von 70
Mitgliedern blicken
kann. So
brachte z. B. der Rundsendeverkehr im Jahre 1925 einen Umsatz von RM
1.659,00.
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1924
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An
dieser Stelle soll eines Mannes gedacht werden, der sich jahrelang um
den BUW große Verdienste erworben hat, und der seit
1922
die
Geschicke des Vereins als 1.
Vorsitzender gelenkt
hat. Es ist
dies
Herr
Willy Hess.
Herr
Hess wird den meisten von uns heute – im Jahre 1964 - noch in
Erinnerung sein, wie er stets einem jeden mit Rat und Tat zur Seite
stand und den BUW im Laufe der Jahre zu einem Verein entwickelte, der
in Hamburg seinen Namen hatte. Wir alle wissen, dass ein
unglückseliges Geschick diesen Mann zu früh aus
unseren Reihen riss.
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1922
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Auch
die erste Auktion
innerhalb des Vereins ist auf die Initiative von Herrn Hess
zurückzuführen.
Der Verein bestand nun aus einer wohl
nicht großen Zahl von Mitgliedern, die sich aber zu einer
festverschworenen Schar Gleichgesinnter zusammengefunden hatten, die
Lust und Leid miteinander tragen wollten. Die Mitte der zwanziger Jahre
war ja nach dem verlorenen Weltkrieg mit der in Folge aufgetretenen
Inflation beinahe eine glückhafte Zeit. Man tat unbeschwert
und versuchte, dem Leben die angenehmen Seiten abzugewinnen. Der Verein
hatte damals Geld und die meisten seiner Mitglieder auch. So musste der
Vorstand seinen Mitgliedern etwas bieten, auch hinsichtlich der Geselligkeit.
Es
wurde ein Festausschuss bestimmt,
der die Vorbereitungen für Ausflüge
in die
nähere Umgebung Hamburgs
vorzubereiten hatte. Man charterte einen Dampfer und fuhr
zunächst einmal in die Lühe.Diese
Fahrt in die Lühe
war der Beginn für alljährlich im Sommer
durchgeführte Ausflüge, die den BUW in den folgenden
Jahren nach Twielenfleet
führten oder nach Stade, Hoisbüttel, Tesperhude,
Steinkirchen oder auch in den Sachsenwald. Dann wurde eine Kapelle
gemietet, es gab eine Tombola, Preiskegeln fand statt und für
das beliebte Preisschießen legte der Verein sich sogar ein
Luftgewehr zu. Weitere
Höhepunkte im Vereinsleben bildeten das Stiftungsfest, jeweils
im November und nach Möglichkeit noch
im Dezember eine
Weihnachtsfeier.
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Der
Verein hatte in relativ kurzer Zeit einen Umfang angenommen und
Einfluss gewonnen, der es auch den Hamburger Briefmarkenhändlern
geraten sein ließ, in nähere Beziehung zu diesem
Verein zu treten. Es tauchte das Problem auf, ob ein
Briefmarkenhändler in einen Sammlerverein gehört oder
nicht. Man wollte von Briefmarkenhändlern als Mitgliedern
möglichst Abstand nehmen. Doch restlos verhindern
ließ sich eine Aufnahme von Händlern schon damals
nicht.
Die
Technik fing damals an, ihre dem Briefmarkensammler gegenüber
weniger guten Seiten zu zeigen. Was sollte man mit den
maschinengestempelten Briefen anfangen, auf denen anstelle der
beliebten Briefmarke ein toter Maschinenstempel
aufgedruckt war? Der Verein beschloss, von sich aus eine Sammlung der
verschiedenen Briefe mit Maschinenstempeln anzulegen.
Bedingt
durch die immer größer werdende Zahl von Mitgliedern
hatte der Verein bald viel Geld in seiner Kasse. Einen Teil davon
wollte man den Mitgliedern zugute kommen lassen. Eine gute und
praktische Möglichkeit sah man damals im Verlosen
von Briefmarken,
die vom Verein von seinen Mitgliedern gekauft wurden.
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Im
Laufe des Jahres 1930 wurden von einigen Ländern insgesamt
1.780 neue Briefmarken herausgegeben. Es ergab sich schon damals die Notwendigkeit, sich auf bestimmte
Länder zu spezialisieren.
Wie
sich in unserem Verein die Zeit spiegelte, wird deutlich in der
bevorzugten Behandlung der Arbeitslosen
deren Zahl bis 1933 immer mehr zunahm und die für Land,
Regierung und Volk allmählich katastrophale Formen annahm. Der
Vereinsbeitrag betrug RM 3,00, den Arbeitslosen wurde dieser Beitrag
erlassen.
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1930

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Am
11.Januar 1933 wurde der bisher allein existierende Barmbeker Verein
(Dresdener) in den BUW aufgenommen.
Im
Laufe der Jahre hatte sich der BUW Kraft, Ansehen und
leistungsfähige Mitglieder erworben, dass der Wunsch und das
Bestreben entstanden, sich nach außen hin zu dokumentieren.
Für einen Briefmarkenverein bedeutet das:
eine Briefmarken-Ausstellung
durchführen.
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11.1.1933

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Die erste größere
Briefmarkenausstellung
dieser
Art fand bei Suhr, Hamburger Straße, statt.
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1.-3.9.1933
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Der
Konzentrationswille, der damals
das ganze Volk beseelte und der alle Organisationen erfasste, machte
sich auch bei den Philatelisten bemerkbar. Nach
vielen vorbereitend geführten Gesprächen und
Versammlungen schlossen sich alle 17 Hamburger
Briefmarken–Sammlervereine zu einer Arbeitsgemeinschaft unter
dem
Vorsitz des Herrn
Renner zusammen.
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10.1933
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Jetzt
wurde auch von Seiten der Regierung der Briefmarke mehr Interesse
zugewandt, sodass jährlich viele Neuerscheinungen herauskamen.
Aber auch das reine Sammeln von Briefmarken wurde propagiert und der an
sich philatelistisch uninteressierten Bevölkerung
nahegebracht. Es wurden Handzettel verbreitet, die mit der rechten
Behandlung der Briefmarke vertraut machten und zur Anlegung einer
Sammlung Ratschläge erteilten.
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Daraus
folgend entstand schon im Jahre 1936 der erste „Tag
der Briefmarke“.
Beispiel
: Karte zum Tag der Briefmarke 1938

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1936


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Am
1.1.1937 ist der BUW aus dem „Reichsbund“
ausgetreten und hat sich dem „BUND“ angeschlossen.
Seit
1924 gibt es den "Bund Deutscher Philatelisten Verbände (im
In-
und Ausland)". Von 1936-1941 kam es zur zwangsweisen
Fortsetzung
als "Reichsbund
der Philatelisten", 1946 dann zur Gründung des "Bund Deutscher
Philatelisten (Britische Zone)", 1949 erfolgte dann der Zusammenschluss
der drei westlichen Zonen im "Bund Deutscher Philatelisten e. V.". 1990
löste sich der Philatelistenverband der DDR auf, der im April
1969
in Leipzig gegründet worden war. Die 5 neugegründeten
Verbände wurden Mitglied im BDPh. (Auszug aus der Geschichte
des BDPh)
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1.1.1937 |
Beleg mit Stempel vom 12.1.1941
zum "Tag der
Briefmarke 12. Januar 1941"

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12.1.1941 |
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Während
des Krieges mussten viele Vereinseinrichtungen einschlafen, da es an
Beteiligung mangelte, denn die meisten Mitglieder des BUW waren zur
Wehrmacht eingezogen. Die wenigen, es mögen 60 gewesen sein,
die nicht Soldat waren oder die Soldaten, die gelegentlich auf Urlaub
waren, mussten sich mit Briefmarkentausch begnügen. Es fanden
allenfalls noch Fernversteigerungen statt.
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Herr
Hans Bartholomä,
der jahrelang als 2. Vorsitzender an der Gestaltung des Vereins sehr
aktiv tätig gewesen ist, verstarb im Jahre 1942.
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1942
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Beleg mit Marken zum Tag der
Briefmarke am
10.1.1943 und Sonderstempel

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10.1.1943 |
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Über
viele Jahre fand der BUW bei Paul Müller in Dehnhaide
ein angenehmes Unterkommen.
Die älteren unter uns werden sich noch gern daran erinnern.
Die unheilvollen Bombennächte des Jahres 1943
zerstörten auch dieses Lokal und der Verein war heimatlos.
Er
tagte dann kurze Zeit in der Fuhlsbütteler Straße in
der Nähe des Krankenhauses. Danach zog er um in ein Lokal in
der Fuhlsbütteler
Straße unten am Kanal.
Rundschreiben
28.12.943

Rückseite

In
der weiteren Folge seien hier in ungefähr chronologischer
Folge die einzelnen Lokale genannt, die in den folgenden Jahren dem BUW
Unterkunft gaben:
Patzenhofer,
Börsenkeller, Rabenstraße, Gewerkschaftshaus,
Patzenhofer
oben, Studentenhaus, Curiohaus,
Guttemplerhaus
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1943

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1945
wurden alle Vereine von der Militärregierung verboten. Es
dauerte immerhin doch ein halbes Jahr, bis dem BUW als einem
unpolitischen Verein wieder die Genehmigung zur Abhaltung
seiner
Versammlungen erteilt
wurde.
So
konnte der Verein im September sein 25 jähriges Bestehen
feiern,
was
er durch ein kleines Einsteckbuch als Jubiläumsgabe
dokumentierte. (Das Bild zeigt den Text der ersten Innenseite.)
In
dieser Zeit nach
dem 2. Weltkrieg mit den
umfangreichen Zerstörungen innerhalb Hamburgs und nach der
Währungsreform war es schwer, geeignete Lokale für
den zahlenmäßig großen Verein zu finden.
So
tagte der BUW unter der bewährten Führung seines
1.Vorsitzenden Herrn Hess jahrelang im Gewerkschaftshaus.
Zu
der damaligen Zeit zeigten die Briefmarkenhändler
Einigkeit und Geschlossenheit, so dass sie sogar zu dem
jährlich stattfindenden Händlerball einluden. Doch
hatte die Philatelie immer noch unter den Bestimmungen der
Siegermächte zu leiden, die die Ein- und Ausfuhr von
Briefmarken verboten. Es war somit ein Verkehr mit
ausländischen Philatelisten, sei es zu Tausch- oder
Handelszwecken nicht gestattet. Das deutsche Reich war
gemäß den Siegermächten in vier Zonen
aufgeteilt, in eine amerikanische, englische, französische und
russische Zone, die jede für sich eigene Briefmarken in den
Verkehr brachten. Die deutschen Briefmarkensammler, die damals noch
oder bereits schon wieder zum Bund deutscher Philatelisten vereinigt
waren, versuchten auf gewisse Machenschaften Einfluss
auszuüben. So wurde Einspruch erhoben gegen
Briefmarken-Neuerscheinungen in der französischen Zone mit
zu hohen Zuschlägen mit der Begründung, diese
Zuschläge wären nur von den daran interessierten
Briefmarkensammlern aufzubringen. Man weigerte sich, solche reinen
Spekulationsobjekte der eigenen Sammlung einzuverleiben.
Die Spekulationssucht
trieb
damals eigenartige
Blüten, von der nicht einmal Beamte verschont blieben. Es
erregte damals in ganz Deutschland großes Aufsehen, dass es
einige Beamte der Post fertigbrachten, für sich selbst
künstlich Fehldrucke damaliger Marken herstellen zu lassen,
mit denen sie zu überhöhten Preisen
Geschäfte zu machen versuchten. Diese Machenschaften kamen
bald ans Licht. Die Beamten wurden angeklagt und darauf mit
Gefängnisstrafen von vier und neun Monaten belegt.
Auch
damals versuchte der Bund deutscher Philatelisten
(BDPh)
Einfluss auf die Neuausgaben
der Bundesrepublik zu gewinnen.
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1945


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Rundschreiben
8.7.1947 Vorderseite
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8.7.1947

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Rundschreiben
8.7.1947 Rückseite
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 Beleg
einer
Ausstellung vom 5.-30.5.1948 mit Stempel vom 17.5.1948
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17.5.1948 |
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Rundschreiben
11.8.1948 Rückseite

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11.8.1948

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Bis
in das Jahr 1949 dauerte das Verbot der Besatzungsmächte, mit
dem Ausland in Briefmarkentausch
zu treten. Als die ersten Lockerungen
eintraten, mussten solche Auslandssendungen über eine von den
Besatzungsmächten eingerichtete Zentralstelle geleitet werden.
Das brachte natürlich noch lange nicht die ersehnte
Freizügigkeit unter den Philatelisten mit sich, und
verursachte viel Ärger und zusätzliche Schreibereien.
Es entstanden bald große Schwierigkeiten mit der
Zollfahndungsstelle wegen solcher Auslandstauschsendungen, die sogar zu
deren Beschlagnahme führten.
Um
die gleiche Zeit, es war im Frühjahr 1949, erschien auch der
erste Michel-Katalog
nach dem
Kriege, der nach wie vor
Richtschnur für alle deutschen Sammler war. Schon diese erste
Ausgabe fand unter den Sammlern großen Anklang sowohl
hinsichtlich der Ausstattung als auch der Preisfestsetzung.
Nach
dem Kriege hatte sich das Gebiet der Philatelie derart
vergrößert, dass viele Sammler den gewohnten Weg des
„Alle-Welt-Sammelns“ oder das einzelner
Länder verließen und sich aus dem großen
Angebot an Marken besondere Spezialgebiete heraussuchten. So trat um
diese Zeit das Sammeln
nach Motiven immer mehr hervor.
Um auch diesen Sammlern von Seiten des BUW gerecht zu werden, wurde ein
besonderer Tauschtag für Motivsammler im Monat eingerichtet,
der bis auf unsere Tage fortbesteht.
Im
Jahre 1949 tauchten immer mehr Firmen auf, ob alt ob neu, die
versuchten, durch Versteigerungen
philatelistisch interessierte Kreise heranzulocken. Doch nicht immer
sind es freundschaftliche Beziehungen, die den BUW mit den
Händlern verbinden. Die ganze Organisation dieses jetzt
großen Vereins war manchen Händlern ein Dorn im
Auge, die um ihren Verdienst bangten. Der Neuheitendienst,
die Versteigerungen innerhalb des BUW waren so bekannt geworden und
brachten Umsätze, die mancher Händler gern in
seine Tasche gesteckt hätte. Diese Einstellung der Händler
zum BUW ging
soweit, dass sie eine Anzeige wegen
Geschäftsschädigung erstatteten.
Zu
der im Herbst stattfindenden Hammaposta
wird vom BUW eine Bronzemedaille gestiftet.
Um
diese Zeit wird der BDPh
für die gesamte Westzone gegründet. Als Sitz wird
Frankfurt-Main bestimmt. Herr Renner, der bisher den Vorsitz innehatte,
legte sein Amt nieder, da Sitz des Bundes und Wohnsitz des Vorsitzenden
identisch sein sollen. Die Versammlung wählt Demminger
als 1. Vorsitzenden des Bundes, Herr Renner wird 2. Vorsitzender.
Sk. Gräper,
der über Jahre der Zeitschriftenwart war, verstarb im November
1949.
Die
Zahl der Mitglieder betrug 1949 1.215.
Beispiel:
Mitgliedskarte von Otto Burmeister (1946)

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1949

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Im
April 1950 wird eine Briefmarkenausstellung
in Lüneburg durchgeführt, auf der zum ersten Male
nach dem Kriege die Marken des Dritten Reiches gezeigt werden sollen,
was bisher von der Militärregierung streng verboten war. Es
war alles gut eingerichtet, und zum Schluss traf doch das Verbot der
Militärregierung ein, die sich auch heute noch nicht wagte,
die Hitlermarken öffentlich zeigen zu lassen.
Der
BUW schafft im April 1950 für seine Mitglieder eine Quarzlampe
an, die sogleich und über Jahre hinaus ein treuer Helfer im
Erkennen von Briefmarken war.
Eine Fälscheraffaire
um die 12-Kreuzer-Landpost Baden (Michel 3x) wirbelt großen
Staub auf. Da mitunter auch die Presse keine richtige Darstellung der
Verhältnisse brachte, wurde der Staatsanwalt vom Landesverband
gebeten, darüber auf der Sitzung des Landesverbandes am
6.9.1950 zu berichten. Die beiden Täter, die in diese Sache
verwickelt waren, wurden zu Gefängnis- und Geldstrafen
verurteilt.
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1950
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Der
Jahresbeitrag für 1951 wird auf DM 4,00 festgesetzt.
Vom
27.2.1951 an dürfen Hitlermarken
gehandelt und getauscht werden.
Herr
Paul Renner, 2. Vorsitzender des BdPh
ist im März 1951 im Alter von 74 Jahren verstorben.
Herr Dieter
Brocks, späterer
1.
Vorsitzender, tritt am 28.3.1951 in den Verein ein.
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1951

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Herr
Willy Hess, Ehrenvorsitzender und 1. Vorsitzender des Vereins, erlitt
am 14.6.1952 durch einen Autounfall schwere Verletzungen, denen er
einige Tage darauf erlag.
Ein
Brand
im Patzenhofer,
dem derzeitigen Versammlungslokal macht im November 1952 wiederum einen
Lokalwechsel erforderlich. Der BUW findet für einige Zeit
Aufnahme im Studentenhaus.
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14.6.1952
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Nachdem
die Geschicke des Vereins über Jahre bis zum Jahre 1952 von
Herrn Hess, nach dessen Ableben durch den 2. Vorsitzenden geleitet
wurden, ergab die Neuwahl als
1. Vorsitzenden
Herrn Dieter Brocks.
Im
Oktober 1953 wird die 1.
Werbeschau im Studentenhaus
mit
viel Erfolg abgehalten.
Diese
Art Werbeschau wird im Laufe der Jahre zu einem maßgeblichen
jährlichen Ereignis im philatelistischen Leben der Stadt
Hamburg.
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4.1.1953
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Im
Jahre 1956 erfolgt die Gründung des
philatelistischen
Jugendringes.
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1956
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Im
Januar 1958 wird der Vorschlag eingebracht, in den einzelnen Stadteilen
Hamburgs Ortsgruppen
des BUW zu gründen.
Diese
Chronik endet hier. Sie wurde original
wiedergegeben (Schrift in
dunkelblau),
jedoch um einige
humorvolle Erlebnisse aus dem Gesellschaftsleben des Vereins
gekürzt, dafür aber mit Briefmarken und Belegen
dekoriert.
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1958

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