90 Jahre
Geschichte des Vereins  und der NORDPOSTA
1920 - 2010
von
© Dorothea Burmeister

Teil 1: 1920-1958 Die Vor- und Nachkriegszeit
                              Die Gründung 1920
                              Die Weimarer Republik
                              Das dritte Reich
                              Nach dem 2. Weltkrieg

Teil 2: 1959-1986 Die goldenen Jahre

Teil 3: 1987-2010 Die Zeiten werden schwieriger


1920-1958 Die Vor- und Nachkriegszeit

Bericht eines ungenannten Mitglieds aus dem Jahr 1964
(aus dem Fundus, vermutlich Herr Thorwart)

Der erste Weltkrieg war vorüber. Die deutschen Briefmarken mit dem Bildnis der Germania hatten über Jahrzehnte in Deutschland regiert und es durch ihre geringe Abwechslung nicht vermocht, viele Interessenten für die Philatelie zu gewinnen. Erst nach dem Kriege, als die ersten Provisorien herausgegeben wurden, wurde es interessanter und abwechslungsreicher, sich mit Briefmarken zu befassen.
In dieser Zeit trafen sich eines Tages in Hamburg fünf Herren, die das gleiche Hobby bei einander feststellten: Briefmarkensammeln. Es waren die Herren: Eckhold, Gravenhorst, Hildebrand, Howe und Timmroth.
Aus diesem kleinen Kreis von Sammlerfreunden und ihren regelmäßigen Tauschabenden an jedem letzten Donnerstag im Monat entstand alsbald die Notwendigkeit, ihren Interessen auch nach außen hin einen offiziellen Rahmen zu geben, was am 30.September 1920 zur Gründung des „Briefmarkensammlervereins Barmbek-Uhlenhorst“  führte.
 

30.9.1920

   

  Gründungs-Protokoll
                                den 30. September 1920

Zwecks Gründung eines Briefmarkensammler-Vereins kamen folgende Herren im Lokale des Herrn Timmermann, Ecke Winterhuderweg u. Heinr. Hertzstrasse zusammen:

Eckhold Otto
Howe, Heinrich
Timmroth, Wilhelm
Gravenhorst. 
Es wurde ein provisorischer Vorstand gewählt und zwar als
1.Vorsitzender: Herr Eckhold
2. Vorsitzender: Herr Howe
Kassierer u. Schriftführer: Herr Timmroth
Tauschobmann: Herr Hildebrandt
Revisor: Herr Gravenhorst 

Dem Verein wird nach einstimmigem Beschluss der Name Briefmarkensammler-Verein Barmbeck-Uhlenhorst gegeben.

Herr Timmroth und Herr Eckhold übernehmen es, bis zur nächsten Sitzung die Satzung auszuarbeiten.
Herr Hildebrandt war nicht erschienen.  

Vorstand
Eckhold





 

Es herrschten in diesem kleinen Verein, in welchem jeder jeden nicht nur kannte, sondern auch über die speziellen Sammlerwünsche des anderen Bescheid wusste, strenge Bräuche die in den Satzungen festgehalten waren. So wurde, um dem Verein eine größere Geschlossenheit zu garantieren, auf einer Generalversammlung beschlossen, dass jedes Mitglied auf der einmal im Monat stattfindenden Versammlung zu erscheinen habe. Ein triftiger Grund galt als Entschuldigung. Unentschuldigtes Fehlen jedoch wurde mit M 2,00 geahndet.

Der Krieg war verloren, das Volk war verarmt. Der Staat musste versuchen, wie er durch vielseitige Steuern seine Unkosten und Kriegslasten bestreiten konnte. Den älteren unter uns ist es noch in Erinnerung, welche Steuern damals nach dem verlorenen ersten Weltkrieg der Bevölkerung auferlegt wurden. Den Briefmarkensammler betraf hiervon am meisten die Luxussteuer“, da der Staat den Besitz und das Sammeln von Briefmarken als Luxus ansah. Nach erfolgtem Tausch oder Verkauf, z. B. durch Auswahlhefte, wurde der Umsatz vom Fiskus zunächst mit 15% später mit 10% versteuert, die vom Käufer zu tragen waren. Manche Briefmarkensammler sollen sogar auf Grund einer umfangreichen Sammlung zur „Besitzsteuer“ veranlagt worden sein.

Dieser Verein, der bald in dem für heutige Verhältnisse relativ kleinen Rahmen von 15 Sammlerfreunden auftrat, hatte nicht den Ehrgeiz nur allein für sich zu bleiben. Er war bestrebt, auch Interessenten aus anderen Stadtteilen Hamburgs heranzuziehen, um die Tauschmöglichkeiten zu vergrößern. So war es ganz erklärlich, dass allmählich auch Briefmarkensammler des benachbarten Winterhude zu ihnen kamen. Einen starken Auftrieb erfuhr der Verein dadurch, dass er sich mit dem „Winterhude Briefmarkenverein“ zusammenschloss. Jetzt umfasste der Verein Sammlerfreunde aus den drei Stadtteilen Barmbek, Uhlenhorst und Winterhude. Aus diesen drei Namen Hamburger Stadtteile resultierte auch der Name des Vereins, den er bis heute behalten hat:

Barmbek    Uhlenhorst    Winterhude

B            U              W           
           





Es war am 3.1.1923 als der Verein beschloss, sich in Zukunft zu nennen (Generalversammlung, TOP 1a):
Briefmarkensammler-Verein Barmbek, Uhlenhorst, Winterhude.

3.1.1923

Die unaufhaltsam im Jahre 1923 fortschreitende Inflation zwang den Verein, Beitrag und Aufnahmegebühr so festzusetzen, dass sie nicht ständig hinter der entwerteten Mark herhinkten. Der Beitrag, der zuerst M 1,00 pro Quartal betrug, wurde zunächst auf M 10,00 pro Jahr, später in immer schnellerer Folge entsprechend der Entwertung der Mark erhöht, sodass man den Strassenbahntarif als Grundlage für die Beitragsbemessung nahm. Nach überstandener Inflation wurde der Mitgliedsbeitrag auf  Rentenmark 2,00 pro Monat festgesetzt.

Es wurden Tauschzirkel eingerichtet und aus den Bekanntenkreisen der Mitglieder immer neue Sammler dem Verein zugeführt, der schon im Jahre 1924 auf die stattliche Zahl von 70 Mitgliedern blicken kann. So brachte z. B. der Rundsendeverkehr im Jahre 1925 einen Umsatz von RM 1.659,00.

1924

An dieser Stelle soll eines Mannes gedacht werden, der sich jahrelang um den BUW große Verdienste erworben hat, und der seit 1922 die Geschicke des Vereins als 1. Vorsitzender gelenkt hat. Es ist dies

Herr Willy Hess.

Herr Hess wird den meisten von uns heute – im Jahre 1964 - noch in Erinnerung sein, wie er stets einem jeden mit Rat und Tat zur Seite stand und den BUW im Laufe der Jahre zu einem Verein entwickelte, der in Hamburg seinen Namen hatte. Wir alle wissen, dass ein unglückseliges Geschick diesen Mann zu früh aus unseren Reihen riss.

1922

Auch die erste Auktion innerhalb des Vereins ist auf die Initiative von Herrn Hess zurückzuführen.
Der Verein bestand nun aus einer wohl nicht großen Zahl von Mitgliedern, die sich aber zu einer festverschworenen Schar Gleichgesinnter zusammengefunden hatten, die Lust und Leid miteinander tragen wollten. Die Mitte der zwanziger Jahre war ja nach dem verlorenen Weltkrieg mit der in Folge aufgetretenen Inflation beinahe eine glückhafte Zeit. Man tat unbeschwert und versuchte, dem Leben die angenehmen Seiten abzugewinnen. Der Verein hatte damals Geld und die meisten seiner Mitglieder auch. So musste der Vorstand seinen Mitgliedern etwas bieten, auch hinsichtlich der Geselligkeit.
Es wurde ein Festausschuss bestimmt, der die Vorbereitungen für Ausflüge in die nähere Umgebung Hamburgs vorzubereiten hatte. Man charterte einen Dampfer und fuhr zunächst einmal in die Lühe.Diese Fahrt in die Lühe war der Beginn für alljährlich im Sommer durchgeführte Ausflüge, die den BUW in den folgenden Jahren nach Twielenfleet führten oder nach Stade, Hoisbüttel, Tesperhude, Steinkirchen oder auch in den Sachsenwald. Dann wurde eine Kapelle gemietet, es gab eine Tombola, Preiskegeln fand statt und für das beliebte Preisschießen legte der Verein sich sogar ein Luftgewehr zu. Weitere Höhepunkte im Vereinsleben bildeten das Stiftungsfest, jeweils im November und nach Möglichkeit noch im Dezember eine Weihnachtsfeier.

Der Verein hatte in relativ kurzer Zeit einen Umfang angenommen und Einfluss gewonnen, der es auch den Hamburger Briefmarkenhändlern geraten sein ließ, in nähere Beziehung zu diesem Verein zu treten. Es tauchte das Problem auf, ob ein Briefmarkenhändler in einen Sammlerverein gehört oder nicht. Man wollte von Briefmarkenhändlern als Mitgliedern möglichst Abstand nehmen. Doch restlos verhindern ließ sich eine Aufnahme von Händlern schon damals nicht.

Die Technik fing damals an, ihre dem Briefmarkensammler gegenüber weniger guten Seiten zu zeigen. Was sollte man mit den maschinengestempelten Briefen anfangen, auf denen anstelle der beliebten Briefmarke ein toter Maschinenstempel aufgedruckt war? Der Verein beschloss, von sich aus eine Sammlung der verschiedenen Briefe mit Maschinenstempeln anzulegen.

Bedingt durch die immer größer werdende Zahl von Mitgliedern hatte der Verein bald viel Geld in seiner Kasse. Einen Teil davon wollte man den Mitgliedern zugute kommen lassen. Eine gute und praktische Möglichkeit sah man damals im Verlosen von Briefmarken, die vom Verein von seinen Mitgliedern gekauft wurden.

   

  

Im Laufe des Jahres 1930 wurden von einigen Ländern insgesamt 1.780 neue Briefmarken herausgegeben. Es ergab sich schon damals die Notwendigkeit, sich auf bestimmte Länder zu spezialisieren.

Wie sich in unserem Verein die Zeit spiegelte, wird deutlich in der bevorzugten Behandlung der Arbeitslosen deren Zahl bis 1933 immer mehr zunahm und die für Land, Regierung und Volk allmählich katastrophale Formen annahm. Der Vereinsbeitrag betrug RM 3,00, den Arbeitslosen wurde dieser Beitrag erlassen.

1930

Am 11.Januar 1933 wurde der bisher allein existierende Barmbeker Verein (Dresdener) in den BUW aufgenommen.

Im Laufe der Jahre hatte sich der BUW Kraft, Ansehen und leistungsfähige Mitglieder erworben, dass der Wunsch und das Bestreben entstanden, sich nach außen hin zu dokumentieren. Für einen Briefmarkenverein bedeutet das: eine Briefmarken-Ausstellung durchführen.

11.1.1933

Die erste größere Briefmarkenausstellung dieser Art fand bei Suhr, Hamburger Straße, statt.

1.-3.9.1933

Der Konzentrationswille, der damals das ganze Volk beseelte und der alle Organisationen erfasste, machte sich auch bei den Philatelisten bemerkbar. Nach vielen vorbereitend geführten Gesprächen und Versammlungen schlossen sich alle 17 Hamburger Briefmarken–Sammlervereine zu einer Arbeitsgemeinschaft unter dem Vorsitz des Herrn Renner zusammen.

10.1933

Jetzt wurde auch von Seiten der Regierung der Briefmarke mehr Interesse zugewandt, sodass jährlich viele Neuerscheinungen herauskamen. Aber auch das reine Sammeln von Briefmarken wurde propagiert und der an sich philatelistisch uninteressierten Bevölkerung nahegebracht. Es wurden Handzettel verbreitet, die mit der rechten Behandlung der Briefmarke vertraut machten und zur Anlegung einer Sammlung Ratschläge erteilten.

 

Daraus folgend entstand schon im Jahre 1936 der erste „Tag der Briefmarke“.

Beispiel : Karte zum Tag der Briefmarke 1938

1936 

 

Am 1.1.1937 ist der BUW aus dem „Reichsbund“ ausgetreten und hat sich dem „BUND“ angeschlossen.
Seit 1924 gibt es den "Bund Deutscher Philatelisten Verbände (im In- und Ausland)". Von 1936-1941 kam es  zur zwangsweisen Fortsetzung als "Reichsbund der Philatelisten", 1946 dann zur Gründung des "Bund Deutscher Philatelisten (Britische Zone)", 1949 erfolgte dann der Zusammenschluss der drei westlichen Zonen im "Bund Deutscher Philatelisten e. V.". 1990 löste sich der Philatelistenverband der DDR auf, der im April 1969 in Leipzig gegründet worden war. Die 5 neugegründeten Verbände wurden Mitglied im BDPh. (Auszug aus der Geschichte des BDPh)

1.1.1937
Beleg mit Stempel vom 12.1.1941 zum "Tag der Briefmarke 12. Januar 1941"



12.1.1941

Während des Krieges mussten viele Vereinseinrichtungen einschlafen, da es an Beteiligung mangelte, denn die meisten Mitglieder des BUW waren zur Wehrmacht eingezogen. Die wenigen, es mögen 60 gewesen sein, die nicht Soldat waren oder die Soldaten, die gelegentlich auf Urlaub waren, mussten sich mit Briefmarkentausch begnügen. Es fanden allenfalls noch Fernversteigerungen statt.

Herr Hans Bartholomä, der jahrelang als 2. Vorsitzender an der Gestaltung des Vereins sehr aktiv tätig gewesen ist, verstarb im Jahre 1942.

1942

Beleg mit Marken zum Tag der Briefmarke am 10.1.1943 und Sonderstempel



10.1.1943

Über viele Jahre fand der BUW bei Paul Müller in Dehnhaide ein angenehmes Unterkommen. Die älteren unter uns werden sich noch gern daran erinnern. Die unheilvollen Bombennächte des Jahres 1943 zerstörten auch dieses Lokal und der Verein war heimatlos. Er tagte dann kurze Zeit in der Fuhlsbütteler Straße in der Nähe des Krankenhauses. Danach zog er um in ein Lokal in der Fuhlsbütteler Straße unten am Kanal.

 Rundschreiben 28.12.943


Rückseite

 

 In der weiteren Folge seien hier in ungefähr chronologischer Folge die einzelnen Lokale genannt, die in den folgenden Jahren dem BUW Unterkunft gaben:

 Patzenhofer, Börsenkeller, Rabenstraße, Gewerkschaftshaus,

Patzenhofer oben, Studentenhaus, Curiohaus, Guttemplerhaus

 

1943

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


1945 wurden alle Vereine von der Militärregierung verboten. Es dauerte immerhin doch ein halbes Jahr, bis dem BUW als einem unpolitischen Verein wieder die Genehmigung zur Abhaltung seiner  Versammlungen erteilt wurde.

So konnte der Verein im September sein 25 jähriges Bestehen feiern, was er durch ein kleines Einsteckbuch als Jubiläumsgabe dokumentierte. (Das Bild zeigt den Text der ersten Innenseite.)

In dieser Zeit nach dem 2. Weltkrieg mit den umfangreichen Zerstörungen innerhalb Hamburgs und nach der Währungsreform war es schwer, geeignete Lokale für den zahlenmäßig großen Verein zu finden.

So tagte der BUW unter der bewährten Führung seines 1.Vorsitzenden Herrn Hess jahrelang im Gewerkschaftshaus.

Zu der damaligen Zeit zeigten die Briefmarkenhändler Einigkeit und Geschlossenheit, so dass sie sogar zu dem jährlich stattfindenden Händlerball einluden. Doch hatte die Philatelie immer noch unter den Bestimmungen der Siegermächte zu leiden, die die Ein- und Ausfuhr von Briefmarken verboten. Es war somit ein Verkehr mit ausländischen Philatelisten, sei es zu Tausch- oder Handelszwecken nicht gestattet. Das deutsche Reich war gemäß den Siegermächten in vier Zonen aufgeteilt, in eine amerikanische, englische, französische und russische Zone, die jede für sich eigene Briefmarken in den Verkehr brachten. Die deutschen Briefmarkensammler, die damals noch oder bereits schon wieder zum Bund deutscher Philatelisten vereinigt waren, versuchten auf gewisse Machenschaften Einfluss auszuüben. So wurde Einspruch erhoben gegen Briefmarken-Neuerscheinungen in der französischen Zone mit zu hohen Zuschlägen mit der Begründung, diese Zuschläge wären nur von den daran interessierten Briefmarkensammlern aufzubringen. Man weigerte sich, solche reinen Spekulationsobjekte der eigenen Sammlung einzuverleiben.

Die Spekulationssucht trieb damals eigenartige Blüten, von der nicht einmal Beamte verschont blieben. Es erregte damals in ganz Deutschland großes Aufsehen, dass es einige Beamte der Post fertigbrachten, für sich selbst künstlich Fehldrucke damaliger Marken herstellen zu lassen, mit denen sie zu überhöhten Preisen Geschäfte zu machen versuchten. Diese Machenschaften kamen bald ans Licht. Die Beamten wurden angeklagt und darauf mit Gefängnisstrafen von vier und neun Monaten belegt.

Auch damals versuchte der Bund deutscher Philatelisten (BDPh) Einfluss auf die Neuausgaben der Bundesrepublik zu gewinnen.

1945

 Rundschreiben 8.7.1947 Vorderseite

8.7.1947


 Rundschreiben 8.7.1947 Rückseite

 

Beleg einer Ausstellung vom 5.-30.5.1948 mit Stempel vom 17.5.1948
















 17.5.1948

Rundschreiben 11.8.1948 Rückseite


 

11.8.1948

Bis in das Jahr 1949 dauerte das Verbot der Besatzungsmächte, mit dem Ausland in Briefmarkentausch zu treten. Als die ersten Lockerungen eintraten, mussten solche Auslandssendungen über eine von den Besatzungsmächten eingerichtete Zentralstelle geleitet werden. Das brachte natürlich noch lange nicht die ersehnte Freizügigkeit unter den Philatelisten mit sich, und verursachte viel Ärger und zusätzliche Schreibereien. Es entstanden bald große Schwierigkeiten mit der Zollfahndungsstelle wegen solcher Auslandstauschsendungen, die sogar zu deren Beschlagnahme führten.

Um die gleiche Zeit, es war im Frühjahr 1949, erschien auch der erste Michel-Katalog nach dem Kriege, der nach wie vor Richtschnur für alle deutschen Sammler war. Schon diese erste Ausgabe fand unter den Sammlern großen Anklang sowohl hinsichtlich der Ausstattung als auch der Preisfestsetzung.

Nach dem Kriege hatte sich das Gebiet der Philatelie derart vergrößert, dass viele Sammler den gewohnten Weg des „Alle-Welt-Sammelns“ oder das einzelner Länder verließen und sich aus dem großen Angebot an Marken besondere Spezialgebiete heraussuchten. So trat um diese Zeit das Sammeln nach Motiven immer mehr hervor. Um auch diesen Sammlern von Seiten des BUW gerecht zu werden, wurde ein besonderer Tauschtag für Motivsammler im Monat eingerichtet, der bis auf unsere Tage fortbesteht.

 Im Jahre 1949 tauchten immer mehr Firmen auf, ob alt ob neu, die versuchten, durch Versteigerungen philatelistisch interessierte Kreise heranzulocken. Doch nicht immer sind es freundschaftliche Beziehungen, die den BUW mit den Händlern verbinden. Die ganze Organisation dieses jetzt großen Vereins war manchen Händlern ein Dorn im Auge, die um ihren Verdienst bangten. Der Neuheitendienst, die Versteigerungen innerhalb des BUW waren so bekannt geworden und brachten Umsätze, die mancher Händler gern in seine Tasche gesteckt hätte. Diese Einstellung der Händler zum BUW ging soweit, dass sie eine Anzeige wegen Geschäftsschädigung erstatteten.

 Zu der im Herbst stattfindenden Hammaposta wird vom BUW eine Bronzemedaille gestiftet.

 Um diese Zeit  wird der BDPh für die gesamte Westzone gegründet. Als Sitz wird Frankfurt-Main bestimmt. Herr Renner, der bisher den Vorsitz innehatte, legte sein Amt nieder, da Sitz des Bundes und Wohnsitz des Vorsitzenden identisch sein sollen. Die Versammlung wählt Demminger als 1. Vorsitzenden des Bundes, Herr Renner wird 2. Vorsitzender.

Sk. Gräper, der über Jahre der Zeitschriftenwart war, verstarb im November 1949.

Die Zahl der Mitglieder betrug 1949 1.215.

Beispiel: Mitgliedskarte von Otto Burmeister (1946)

 


1949



 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im April 1950 wird eine Briefmarkenausstellung in Lüneburg durchgeführt, auf der zum ersten Male nach dem Kriege die Marken des Dritten Reiches gezeigt werden sollen, was bisher von der Militärregierung streng verboten war. Es war alles gut eingerichtet, und zum Schluss traf doch das Verbot der Militärregierung ein, die sich auch heute noch nicht wagte, die Hitlermarken öffentlich zeigen zu lassen.

Der BUW schafft im April 1950 für seine Mitglieder eine Quarzlampe an, die sogleich und über Jahre hinaus ein treuer Helfer im Erkennen von Briefmarken war.

Eine Fälscheraffaire um die 12-Kreuzer-Landpost Baden (Michel 3x) wirbelt großen Staub auf. Da mitunter auch die Presse keine richtige Darstellung der Verhältnisse brachte, wurde der Staatsanwalt vom Landesverband gebeten, darüber auf der Sitzung des Landesverbandes am 6.9.1950 zu berichten. Die beiden Täter, die in diese Sache verwickelt waren, wurden zu Gefängnis- und Geldstrafen verurteilt.

1950

 Der Jahresbeitrag für 1951 wird auf DM 4,00 festgesetzt.

 Vom 27.2.1951 an dürfen Hitlermarken gehandelt und getauscht werden.

Herr Paul Renner, 2. Vorsitzender des BdPh ist im März 1951 im Alter von 74 Jahren verstorben.
Herr Dieter Brocks, späterer 1. Vorsitzender, tritt am 28.3.1951 in den Verein ein.

1951

Herr Willy Hess, Ehrenvorsitzender und 1. Vorsitzender des Vereins, erlitt am 14.6.1952 durch einen Autounfall schwere Verletzungen, denen er einige Tage darauf erlag.

Ein Brand im Patzenhofer, dem derzeitigen Versammlungslokal macht im November 1952 wiederum einen Lokalwechsel erforderlich. Der BUW findet für einige Zeit Aufnahme im Studentenhaus.

14.6.1952

Nachdem die Geschicke des Vereins über Jahre bis zum Jahre 1952 von Herrn Hess, nach dessen Ableben durch den 2. Vorsitzenden geleitet wurden, ergab die Neuwahl als 1. Vorsitzenden Herrn Dieter Brocks.

Im Oktober 1953 wird die 1. Werbeschau im Studentenhaus mit viel Erfolg abgehalten.
Diese Art Werbeschau wird im Laufe der Jahre zu einem maßgeblichen jährlichen Ereignis im philatelistischen Leben der Stadt Hamburg.

4.1.1953

Im Jahre 1956 erfolgt die Gründung des philatelistischen Jugendringes.

1956

Im Januar 1958 wird der Vorschlag eingebracht, in den einzelnen Stadteilen Hamburgs Ortsgruppen des BUW zu gründen.

Diese Chronik endet hier. Sie wurde original wiedergegeben (Schrift in dunkelblau), jedoch um einige humorvolle Erlebnisse aus dem Gesellschaftsleben des Vereins gekürzt, dafür aber mit Briefmarken und Belegen dekoriert.

1958